Ein weiß-blauer Whisky vom Schliersee

Dass die Bayern Bier brauen können, ist weltbekannt. Dass sie aber auch einen hervorragenden Whisky brennen können, wissen die wenigsten.

Alles basiert im wahrsten Sinne des Wortes auf einer Schnapsidee. Die Destillerie Lantenhammer vom Schliersee ist bekannt für edle Brände und Liköre. Aber Whisky? Der gehört doch wohl eindeutig in die schottischen Highlands und nicht ins idyllische weiß-blaue Oberbayern? Gibt´s nicht geht nicht – dachte sich Anton Stetter und verwettete einen Kasten Weißbier, das seine Heimat Schliersee sozusagen prädestiniert ist einen hervorragenden Whisky herzustellen.

Warum ist das so? Kann das sein?

Das stellt sich zunächst die Frage, was gehört in einen Malt Whisky und wie wird er hergestellt?

Whisky-Herstellung in 7 Schritten

  • Gerste und Wasser sind seit mehr als 500 Jahren die elementaren Zutaten für den schottischen Malt Whisky. So soll es auch in Bayern sein.
  • Mälzen der Gerste. Alkohol wird durch Gärung aus Zucker erzeugt. Nach althergebrachter Tradition wird dazu die Gerste eingeweicht und zum Keimen auf Böden ausgelegt. Nachdem sich das Gerstenkorn geöffnet hat und der Keim ca. 2/3 der Länge des Korns erreicht, ist aus der Stärke Zucker geworden. Der Keimvorgang wird jetzt unterbrochen. Entstanden ist Malz.
  • Anschließend wird das Malz gedarrt. Das heißt, dass die Keimung mittels Hitze gestoppt wird, wobei das Malz getrocknet und somit lagerfähig gemacht wird. An dieser Stelle erhält der spätere Whisky auch einen wichtigen Teil seines Charakters. Fügt man dem Trocknungsfeuer Torf zu, so erhält das Malz die typische rauchige Torfnote.
  • Das fertige Malz wird in einer Getreidemühle zu Malzmehl, dem Grist, gemahlen und mit heißem Wasser im Maischebottich (Mash Tun) vermischt. Dieser feine Malz wird in der Destillerie geschrotet, verzuckert und geläutert. Entstanden ist eine Zuckerlösung. Dieser wird Hefe zugesetzt. Es beginnt die alkoholische Gärung.
  • Ist die Gärung nach etwa 48 bis 96 Stunden abgeschlossen, so hat dieses „Bier, nur der Hopfen fehlt“ einen Alkoholgehalt von etwa 8 – 9%. Anschließend wird die Maische in Destillierblasen zweimal destilliert,
  • Die Destillerie ist auch eine Wissenschaft für sich. Generell kann man sagen, das sowohl die Form der Brennblasen als auch die Temperatur eine wesentliche Rolle für den zukünftigen Geschmack spielen.
  • Zur Reifung wird das Destillat im Anschluss in Fässern aus Eichenholz gelagert, bevor es nach frühestens drei Jahren in die Flasche geht und verkauft werden darf.
  • Whisky hat einen Alkohohlgehalt von mindestens 40%.

Whisky ist gesetzlich nicht weiter geschützt. So dass er z.B. auch in Indien produziert wird. Und das nicht wenig.

So nun wissen wir wie es geht und damit geht die Reise zurück zum Whisky vom Schliersee.

slyrs-age-12years-box-mainSein Name: Slyrs. Im ersten Moment denkt man sich, genauso unaussprechlich wie die meisten Schottischen Destillerien, für die man gleich eine App braucht, um das Kryptische korrekt auszusprechen.

Aber es kommt anders. Gesprochen wird es einfach Schliers, so nennen die Einheimischen ihren Heimatort Schliersee.

Und – anders als in Schottland – wird statt Torf heimische Buche zum Darren verwendet.

Nur das ist noch nicht alles. Wie beim Wein, beim Kaffee oder bei der Schokolade kommt es auf eine Vielzahl von Details an, die ein Qualitätsprodukt von der Masse unterscheidet.

Zu nennen sind: Die Gerste, das Wasser, das Brennverfahren, der Alkohohlgehalt, das Fass, in dem der Whisky lagert, das Klima drumherum und natürlich, sehr wichtig die Lagerdauer. Denn Gut Ding will Weile haben. Und – die Natur spricht immer ein Wörtchen mit und darum, genau darum ist jedes Fass ein Unikat und wie beim Wein schmeckt kein Jahrgang gleich.

Nochmal und – und es kommt auf die Grundzutaten an: Gerste, Wasser, das Fassholz und die Sorgfalt in der Herstellung – damit Aromen entstehen, die mit den Jahren immer komplexer und immer besser werden. Und das ist gut so!

Wenn ihr jetzt Lust auf Whisky bekommen habt – dann schaut mal beim Slyrs vorbei.

Gerade verkauft wurde der 12-Jährige Single Malt Whisky. Der Preis ist ein stolzer – aber so sind die Bayern. Mia san mia. 199,90 Euro die Flasche.

Machte aber nichts, der Andrang war riesig, als am 1. Mai die Tore zum Verkauf geöffnet wurden. Aber – es muss ja auch nicht diese Sammlerflasche sein. Es geht auch kleiner los!

Hier geht´s zum Shop und es gibt auch Führungen.

Und alles über Whisky findest du auf: whisky.de

 

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