Tollwood Macher fordern eine artgerechte Tierhaltung

Gute Idee. Auch die Studien sprechen dafür. Die Mehrheit der Bevölkerung spricht sich für eine artgerechte Tierhaltung aus. Nur, ganz ehrlich, das entspricht doch nicht der Wirklichkeit. Die Kühltheken der Discounter sind voll. Die klassischen Supermärkte gut besucht. But anyway. Du brauchst keine Studie. Du kannst für dich selbst entscheiden ob du Veganer bist, Vegetarier oder wie oft du Fleisch isst und wo du es kaufst.

„München – artgerecht?!“ TNS Emnid-Umfrage im Auftrag von Tollwood in München:

85 Prozent der befragten Münchner sind bereit, mehr Geld für Produkte aus nachweislich artgerechter Tierhaltung auszugeben

Stephanie Weigel, Leiterin Tollwood Umweltabteilung und Rainer Roehl, Geschäftsführer a’verdis.

FÜR EINE ARTGERECHTE LANDESHAUPTSTADT. Die von Tollwood in Auftrag gegebene TNS Emnid-Umfrage spricht eine deutliche Sprache: 85 % der befragten Münchnerinnen und Münchner würden auf Veranstaltungen der Stadt München für Produkte aus nachweislich artgerechter Haltung mehr Geld ausgeben. 75 % der Befragten würden es begrüßen, wenn die Stadt München in ihrem Wirkungskreis vorschreibt, Fleischprodukte aus artgerechter Haltung zu beziehen. Für die repräsentative Umfrage waren 1.001 Münchnerinnen und Münchner in der Zeit vom 12. bis 27. September 2014 befragt worden.
„Die Ablehnung der industriellen Massentierhaltung ist in der breiten Bevölkerung angekommen“, erläutert Stephanie Weigel, Leiterin der Tollwood-Umweltabteilung. „Eine überwältigende Mehrheit der Münchnerinnen und Münchner wünscht sich Produkte aus artgerechter Tierhaltung – und nicht nur das: Sie ist auch bereit, dafür einen Mehrpreis zu bezahlen. Das Argument, dass nur wohlhabende Bürger sich artgerechte Produkte leisten können und wollen, gilt nicht mehr!“
„Die Herkunft und Qualität von Lebensmitteln spielt beim privaten Lebensmitteleinkauf eine zunehmend wichtige Rolle. In der Gastronomie beobachten wir eine ähnliche Entwicklung“, ergänzt Rainer Roehl von a’verdis. „Insbesondere die jüngere Generation, die Mutters Sonntagsbraten nicht mehr kennt, sondern mit hohem Fleischkonsum aufgewachsen ist, verzichtet aus ethischen Gründen häufig sogar ganz auf Fleisch und ernährt sich zunehmend vegetarisch.“

Zusammenfassung der Ergebnisse der TNS Emnid-Umfrage

1) 68 % der Befragten achten beim Einkauf darauf, dass die Tiere nicht aus Massentierhaltung stammen.
38 % der Befragten gaben an, beim Einkauf sehr darauf zu achten, dass die Tiere nicht aus Massentierhaltung kommen, sondern artgerecht gehalten worden sind, 30 %, dass sie darauf achten. 13 % achten nur selten darauf, lediglich 11 % nie.
Der hohe Prozentsatz an Münchnern, die beim Einkauf auf Produkte aus artgerechter Haltung achten ist insofern beachtlich, als die Frage bewusst als Verhaltens- und nicht als Meinungsfrage formuliert war – und das Auffinden von Produkten aus gekennzeichnet artgerechter Haltung einen beträchtlichen Informationsstand der Verbraucher voraussetzt.

Die Frage: Wenn Sie Fleischprodukte kaufen: Wie sehr achten Sie darauf, dass die Tiere nicht aus Massentierhaltung kommen, sondern artgerecht gehalten wurden?

2) 75 % der Befragten wünschen, dass die Stadt München in ihrem Wirkungskreis vorschreibt, Fleischprodukte nur noch aus artgerechter Haltung zu beziehen.
75 % der Befragten sind der Meinung, dass die Stadt München in ihrem Wirkungskreis (z.B. in städtischen Kantinen, in Krankenhäusern oder bei Empfängen der Stadt) vorschreiben sollte, Fleischprodukte aus artgerechter Haltung zu beziehen. 3 % machten keine Angaben.
Die Differenzierung nach Alter, Geschlecht oder Bildungsstand ergab kaum signifikante Unterschiede: 72 % der männlichen Befragten und 78 % der weiblichen Befragten sprachen sich für eine entsprechende Vorschrift aus. Die Zustimmung der 14 – 29-jährigen war dabei mit 80 % am größten, gefolgt von den 30 – 39-jährigen und den 50 – 59-jährigen mit je 76%. Auch der Bildungsabschluss oder das Einkommen spielten dabei nur eine geringe Rolle: 80 % mit Hauptschulabschluss, 90 % mit einem Universitätsabschluss befürworteten das Fleisch aus artgerechter Haltung.
Besonders bemerkenswert ist, dass der Wunsch nach Produkten aus artgerechter Haltung durchaus nicht nur von Münchnern mit hohem Haushaltsnettoeinkommen (HHNE) geäußert wird: 78 % der Bürger mit einem HHNE von € 1.500 oder weniger befürworteten eine Vorschrift. Sie liegen damit an zweiter Stelle nach der Einkommensgruppe zwischen € 2.500 und € 3.500, die mit 80 % den höchsten Zustimmungsgrad verzeichnet.

Die Frage: „Was ist Ihre Meinung: Sollte die Stadt München in ihrem Wirkungskreis und bei Veranstaltungen, bei denen sie Hausherrin ist, vorschreiben, dass nur noch Fleischprodukte aus artgerechter Haltung angeboten werden? Zum Beispiel in städtischen Kantinen, in Krankenhäusern, bei Empfängen der Stadt, beim Christkindlmarkt oder beim Oktoberfest.“

3) 85 % der Befragten würden auf Veranstaltungen der Stadt München für Produkte aus nachweislich artgerechter Tierhaltung mehr Geld ausgeben.
Hier wurde die „Gretchenfrage“ gestellt – ist der Verbraucher bereit, für mehr Tierwohl mehr zu zahlen: 85 % der Befragten würden für ein Schweineschnitzel mit Kartoffelsalat statt 9,80 Euro auch 11 Euro ausgeben, wenn es aus nachweislich artgerechter Tierhaltung stammen würde. 1 % machte keine Angaben.
Je nach Alter und Geschlecht gab es keine signifikanten Unterschiede: 81 % der männlichen Befragten, 89 % der weiblichen Befragten nehmen die Mehrkosten an.
In der Altersklasse der 14 – 29-jährigen äußerten sich 86 % zustimmend, ebenso viele in der Altersklasse 60+. Auch der Bildungsabschluss spielte nur eine geringe Rolle. Die „Gretchenfrage“ beantworten auch Geringverdiener eindeutig: Über drei Viertel (77 %) der Münchner mit einem HHNE unter € 1.500 würden für artgerechte Produkte mehr Geld auf den Tisch legen. Bei höheren Einkommen steigt dieser hohe Zustimmungsgrad noch an: 86% (HHNE zwischen € 1.500 und € 2.500) bzw. 91 % (HHNE zwischen € 2.500 und 3.500) wären bereit, den Mehrpreis für mehr Tierwohl zu bezahlen.
Die Frage: „Wären Sie bereit, auf Veranstaltungen der Stadt München für alle Fleischprodukte bzw. -gerichte 10-20 Prozent mehr zu bezahlen, wenn diese Produkte nachweislich aus artgerechter Haltung stammen? Beispielsweise würde das für ein Schweineschnitzel mit Kartoffelsalat bedeuten, dass es 11 Euro statt 9,80 Euro kostet.“

Quelle: www.tollwood.de

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