Starnberg. Marrakesch. Starnberg.

Ein Sommerabend und ein heißer Sommertag am See war genau die passende Zeit für diesen fesselnden Roman. „Nur zwei Dinge“… So beginnt der erste Satz. Und wenn du ihn nach den letzten Zeilen nochmal liest, dann steckt schon alles drin…

In diesem Roman erscheint alles möglich und alles ist richtig – genauso wie es ist.

Nahezu spielerisch verwebt sich die harte kalte Welt der Mia, einer Internet-Entrepreneurin, mit der Medina Marrakeschs. Mystisch, sinnlich und surreal. Was ist wahr was ist Fiktion… Dazwischen Starnberg, auch wie aus dem Bilderbuch, indem die Enten Vollkornbrote futtern. Und mittendrin im weiß-blauen Paradies – die ganz aktuelle Flüchtlingsthematik. Wie geht das alles zusammen? Es geht großartig. Mias Reise nach Marrakesch ist ein spannender Trip mit starken Bildern und witzigen Worten. Es wird in keiner Minute langweilig – ja muss man sich gar zwingen nicht so schnell zu lesen. Das zweite Buch von Thomas Pyczak ist schon bestellt…

Diese Woche ist die Welt der Bücher. Bücher von Menschen, die man einfach so jede Woche mal beim Yoga sieht. Menschen aus Herrsching. Menschen wie Thomas Pyczak.

MarrakeschHier kannst du das Buch bei Amazon bestellen oder mal anschauen.

Und Thomas verwendet für seine Romane als Inspiration ein Plot Wheel… Noch nie gehört:

Erstaunliche Dinge hält die Welt bereit!

Aus Thomas Blog:

csm_Thomas-Pyczak_Chip_2012_klein_f97e25e9b5Das Plot Wheel – davon habe ich das erste Mal bei Stephen King gelesen. Er schreibt, Krimiautor Edgar Wallace nutzte es intensiv. So richtig belegen lässt sich das nicht, hat meine Recherche ergeben. Aber die Idee ist klasse. Eine Art Glücksrad für Romanschreiber.

Die Funktionsweise: Wer beim Geschichtenschreiben stecken blieb oder schnell mal eine neue Wendung der Ereignisse brauchte, drehte munter am Rad und las dann im Fenster Dinge wie „Feindlicher Hund“, „Klatsch“ oder „Erpresser“. Ende der Schreibblockade: Man nahm, was kam.

So einen Ideenautomaten fand ich für das iPhone. Er heißt The Brainstormer. Ist im Grunde eine elaborierte Version von Edgar Wallace’s Plot Wheel, denn die App liefert gleich drei Glücksräder. Heraus kommen Dinge wie:

Unconditional Love / Napoleonic / Skyscraper

Caution / Transylvanian / Shipyard

Hm.

Geben wir dem Character Wheel eine Chance:

The Self-made Man / Genius / Naturalist

Nicht übel.

Nun noch das SciFi Wheel:

First Contact / Cornfield / Lost Girl

Daraus ließe sich was stricken.

Man mag über diese Methode lächeln, aber ich gebe zu bedenken: Edgar Wallace war einer der erfolgreichsten englischen Krimiautoren. Produktiv obendrein: Zwischen 1905 und 1936 entstanden 123 Kriminalromane.

Stephen King gibt zu, einige seiner Romane geplottet, also von der Handlung vorher genau festgelegt zu haben. Er sagt aber auch, es seien nicht seine besten. Ob er ein Plot Wheel verwendet hat? Dazu schreibt er leider nichts.

Ich selbst erwische mich dabei, ständig an den Plot Rädern der App zu drehen. Bin gespannt, war daraus wird.

Über Thomas Pyczak

Mein Name ist Thomas Pyczak. Ich bin Autor und strategischer Storyteller. Ich schreibe Romane, arbeite an einem Sachbuch über Storytelling und schreibe einen Blog zu diesem Thema (www.strategisches-storytelling.de). Bis Herbst 2014 war ich CEO, davor Chefredakteur. Es wurde Zeit für etwas Neues, das zugleich an meine bisherigen Jobs anknüpfte. Autor sein, Erzähler, Storyteller – und Reisender. Inspiriert von Begegnungen in München, in Berlin, in Hamburg, in Rio de Janeiro, in Ushuaia, in Hongkong, in Marrakesch oder Lissabon. Zwei Romane habe ich seit Anfang 2015 geschrieben: Ende der Welt und Starnberg. Marrakesch. Starnberg. Sie sind im Juni 2016 erschienen, ganz ohne Verlag und großes System.

 

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